Die folgende kleine Geschichte schreibe ich für LIESEL (die vom Förster), da sie gerne wissen wollte, ob es hier "auf dem Land" noch typische Bräuche oder Gepflogenheiten gibt..
Und hier beginnt , genau wie bei der Geschichte von den Kühen, eine Erinnerung an meinen ersten Sonntagmorgen, grade als ich hier aufs Land gezogen war.
Ich stand am besagten Fenster, (es roch nach frischem café) schaute morgens früh nach draussen , sah aber nicht auf die Kühe, sondern auf ein ungewöhnliches Getreibe vor dem Fenster; Menschen, Wanderer, einnzeln , in kleineren und grösseren Gruppen (Männer, Frauen , alt und jung, marschierten flott vorbei, und das schon um 7.00 Uhr morgens. !! Einige mit Rucksack, andere wiederum fast ohne irgend ein Gepäck. Es kamen Behinderte in spezialen Fahrradkonstrutionen vorbei, , selbst Rollstuhlfahrer begleitet von einem Helfer auf dem Fahrrad .
am! und gleichzeitig gruselig.

vorankommen, dann liessen sich einige vor dem Fenster ins Gras fallen, streckten sich lang aus ; sie sahen sehr müde und richtig "am Ende" aus,- sie massierten die Beine, -zogen Schuhe aus...nach einer Weile standen sie wieder auf und schleppten sich weiter.. (wie ein Leichenzug) . Seltsam, ....Mir kam das alles fast unheimlich vor. Gegen 17.00 Uhr schien es endlich vorbei zu sein, die Strasse blieb leer.. Ein Besenwagen kam vorbei, dann blieb die Strasse leer.
Jedes Jahr wird um das Wochenende des 15. August der "DODENTOCHT" veranstaltet.


Der Marsch findet jährlich im August statt.
Der Dodentocht wird in Bornem und Umgebung wie ein Volksfest gefeiert. Jährlich treten ca. 8000 bis 10.000 Wanderer und Läufer den Marsch an. Je nach Wetter liegt die Erfolgsrate bei 40 - 60 %.
Ziel ist es, 100 km innerhalb von 24 Stunden durchzuwandern. Eine Platzierung findet nicht statt, da die Motivation des Dodentochts nicht das schnelle Erreichen des Ziels, sondern das Erreichen an sich ist.
Die Abstände zwischen den Stationen verringert sich zum Ziel hin. Der Marsch beginnt um 21.00 Uhr in Bornem und endet offiziell 21.00 Uhr in Bornem, jedoch endet inoffiziell der Marsch erst 21.30 Uhr, um den Nachzüglern eine letzte Chance zu geben.
Bei Erreichen des Ziels erhält man traditionell eine Ananas als Erfrischung. Im Organisationszelt wird dann die Urkunde, die u.a. Marschzeiten zwischen den einzelnen Stationen enthält, direkt ausgedruckt und mit der Medaille übergeben."
Das war es also gewesen!
Von diesem Jahr an war es jedes mal das gleiche. Bei jedem Wetter. ES gab Jahre, da regnete es 2 Tage lang in Strömen, an anderen Jahren waren es Hitzewellen, die alles anstrengender machten.

* Fusnote:
Man sagt, dass der DODENTOCHT eine Huldigung für eine Gruppe von Kriegsgefangenen aus dem damaligen Konzentrationslager in BREENDONK ist. Sie hatten einen Fluchtplan ausgeführt und haben einen Marsch von 100 km in die Freiheit unternommen. Nur einige wenige sind wirklich in Deutschland angekommen.; viele sind in Belgien oder Frankreich untergetaucht und haben sich später eingegliedert.







































die Sonne war etwas wässrig,- der café aber nicht,- die Croissants knusprig... 
