22. Januar 2009

Die zerrinnende Zeit

barbara2 hat einen neuen Kommentar zu Ihrem Post "Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik..." hinterlassen: liebe aoea,also wieder gesund! herzlichen glückwunsch, dann muss ich etwa mit einer woche rechnen, gut zu wissen. ich liebe chagall,-)
herzlich barbara
Liebe Barbara, ja, diese Zeit brauchst Du sicher, ich seh das um mich rum; alle "laufen" im gleichen Zeit -Schema !
Hermann Finkelsteen hat einen neuen Kommentar zu Ihrem Post "Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik..." hinterlassen:
liebe Aoea,weisst Du eigentlich warum alle Uhren bei Chagall auf 10 nach 10 gestellt sind?
Lieber Herrmann; ich habe bis jetzt bei Chagall noch nie so richtig auf die Uhrzeit geschaut..aber jetzt wo Du es sagst, fällt es mir auch, und ich bin auf die Antwort gespannt!!
Denn bei DALI sind die Uhren auf verschiedene Zeiten eingestellt!!
"Die weichen Uhren"
"Die Beständigkeit der Erinnerung"
(La persistance de la mémoire)
(C) 1931 by Salvadore Dali
Uhr-Zeit als Souvenir zu kaufen.
tatsächlich kann man diese Zeit kaufen.!
zeitlose Grüsse
aoea

21. Januar 2009

Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik...

Die Zeit ist wie ein Bild von Mosaik;
Zu nah beschaut, verwirrt es nur den Blick;
Willst du des Ganzen Art und Sinn verstehn,
o musst du's, Freund,
aus rechter Ferne sehn

Ach, wie schön und wahr!!!


Marc Chagall, Die Zeit ist ein Fluß ohne Ufer, Gemälde, 1939. – New York,

17. Januar 2009

Man krabbelt sich wieder hoch...


Joseph Canaillo (H.a.D.) hat gesagt…
Goede beterschap!Joseph Canaillo (Hero a.D.)
hartelijk dank!!
Mittwoch, 14 Januar, 2009
Anonym hat gesagt…
GUTE BESSERUNG!von tt
vielen dank für die Wünsche, hoffentlich seid ihr alle verschont geblieben

Mittwoch, 14 Januar, 2009
Foersterliesel hat gesagt…
Gute Besserung!wenns Weleda nicht schafft probiers mit Umckaloabo...aha!!!

Liebe Freunde, ganz herzlichen Dank für die guten Wünsche und Zusprüche. Ich hab das schlimmste hinter mir. eins kann ich sagen: dies Grippewelle hat's in sich, sie kommt und überfällt einen und reisst einen mit, das Fieber steigt und fällt im Spielraum zwischen 38-39.5.

die Hustenafälle sind heftig und schmerzhaft. Alle Personen mit denen ich in den letzten 24 Stunden vor der Erkrankung in Kontakt war, sien ebenfalls krank geworden....

Liebe Liesel, das Mittel aus Südafrika kannte ich nicht, vielen Dank für den Hinweis. Ich hatte natürlich nichts vonWeleda im Haus, und 1 Tag nachdem ich kerank geworden war , war "mein"Jan auch an der Reihe, wir durchliefen die Krankheit synchron mit 1 Tag Zeitverzögerung!! Sozusagen ein Privathospiz....

Das schlimmste sind die Fiebertäume: wirres Zeug, man meint eine ganze nacht geschlafen zu haben, es sind in wirklichkeit nur 1-2 Stunden. In dieser Zeit träumt man die verrµücktesten Dinge, bei mir war es immer das gleiche Bild: ein Computerschirm voll mit wichtigen Daten, die ich veröffentlichen sollte, und, bei jedem Husteanfall wurden alle Daten durcheinander gewirbelt und total falsch dargestellt ; und, je häufiger ich klikkte um den Schirm zu schliessen, je mehr Schirme öffneten sich... zum verrückt werden....dann wird man wach, nassgeschwitzt, wechselt die Nachtkleidung und döst wieder ein, das gleiche Fiebertraumgebilde fängt wieder von vorne an....
Mein Jan hatte ähnliche Träume; er sollte Möbel umdisponieren, und immer wenn er grade an einer Ecke fertig war standen die Möbel wieder am alten Platz...

Es ist auch interessant zu "spüren" wie viele Muskeln bei solchen Hustenkrämpfen beansprucht werden: man spürt sie nämlich hinterher alle in Form von heftigem Muskelkater im ganzen Brustkorb bis hin zu den Rückenmuskeln!

Aber nun geht es aufwärts!!
Das Essen fängt wieder an zu schmecken!!

10. Januar 2009

(Die heilige )BARBARA in Brügge

Barbara in der rechten Bildhälfte, heimlich fotografiert!
Hans Memling:
Ursula-Schrein, vor 1498, Holz, vergoldet und bemalt, 87x33x91 cm,
Memlingmuseum, Brügge; Photo: H. Maertens

Stirnseite:
Ursula mit Jungfrauen
Langseite:
Ankunft in Rom und Empfang durch Papst Syriakus; Einschiffung in Basel zur Rückreise; Märtyrertod in Köln.

Der Maler, am 30. Januar 1465 im 'Poorterbook' der Stadt als Neubürger vermerkt, hat mehrere größere Werke gemalt, von Brüdern und Schwestern des Klosters gestiftet.
Bemerkenswert ist der neue Schrein für die bedeutendste Reliquie des Hospitals, ein Kunstwerk aus Architektur, Bildschnitzerei und Malkunst:

eine Miniaturkapelle aus Holz mit vergoldetem Maßwerk und emailhaft leuchtenden Bildern ringsum - Imitation eines Goldschmiedewerks. In diesen Schrein wurden am 21. Oktober 1489, ihrem Festtag, die Gebeine der Hl. Ursula aus einem kleinen älteren Schrein übertragen. Die Legende der Heiligen - sie gehört zu den Vierzehn Nothelfern - ist lebendig und bilderreich erzählt.

An den Stirnseiten treten dem Beschauer aus illusionistisch gemalten Kirchenräumen die Madonna mit den Stifterinnen und Ursula mit ihren Jungfrauen entgegen. An den Längsseiten schildern sechs Prospekte hinter vergoldeten Arkaden die Reise der Jungfrau und ihrer Begleiterinnen über Köln und Basel nach Rom und wieder zurück nach Köln mit dem Martyrium durch die Hunnen. Einheitlich spielen alle Stationen vor Stadtbildern. In den Kölner Szenen schildert Memling die zeitgenössische Stadt, wie er sie kannte, mit ihren Kirchen und dem im Bau befindlichen Domchor. Die Malerei dieses Schreins war die Vollendung der Kunst van Eycks: die Malerei war durch ihren hohen Realitätsgrad die erste der Künste geworden.

Als der etwa 30jährige Hans Memling sich in Brügge niederließ, mußte er sich die Stadtbürgerschaft erkaufen. Gebürtig aus Seligenstadt (Main) hatte er wahrscheinlich bei Stefan Lochner in Köln gearbeitet und war eine Zeitlang Schüler oder Gehilfe bei Rogier van der Weyden in Brüssel. In der damaligen Welthandelsstadt Brügge hat sich Memlings Hoffnung auf gute Aufträge erfüllt. Um 1470/80 heiratete er eine Brügger Bürgerstochter und erwarb beträchtlichen Grundbesitz: drei zueinander gelegene Häuser zwischen der heutigen Jorisstraat und der Jan-Maraels-Straat; die große Werkstatt mit Gehilfen erforderte Raum. Nicht nur Brügger Bürger, sondern auch englische Lordschaften, Lübecker Kaufleute, italienische Bankiers schätzten seine Malkunst: die virtuose Darstellung und reichhaltige Schilderung in leuchtender Farbigkeit. Seine Altäre standen in Lübeck, Danzig und Florenz. Teile seiner Bilder wurden kopiert, Giovanni Bellini in Venedig und Raffael lernten von ihnen. Nach seinem Tode am 11. August 1494 bis ins 19. Jahrhundert hatte er viele Nachahmer.

9. Januar 2009

Rilke in Brügge ein Gedicht, geschrieben 1909


Béguinage
Béguinage Sainte-Elisabeth, Brügge

I
Das hohe Tor scheint keine einzuhalten,
die Brücke geht gleich gerne hin und her,
und doch sind sicher alle in dem alten
offenen Ulmenhof und gehn nicht mehr
aus ihren Häusern, als auf jenem Streifen
zur Kirche hin, um besser zu begreifen
warum in ihnen so viel Liebe war.
Dort knieen sie, verdeckt mit reinem Leinen,
so gleich, als wäre nur das Bild der einen
tausendmal im Choral, der tief und klar
zu Spiegeln wird an den verteilten Pfeilern;
und ihre Stimmen gehn den immer steilern
Gesang hinan und werfen sich von dort,
wo es nicht weitergeht, vom letzten Wort,
den Engeln zu, die sie nicht wiedergeben.
Drum sind die unten, wenn sie sich erheben
und wenden, still. Drum reichen sie sich schweigend
einem Neigen, Zeigende zu zeigend
Empfangenden, geweihtes Wasser, das
die Stirnen kühl macht und die Munde blaß.
Und gehen dann, verhangen und verhalten,
auf jenem Streifen wieder überquer -
die Jungen ruhig, ungewiß die Alten
und eine Greisin, weilend, hinterher -
zu ihren Häusern, die sie schnell verschweigen
und die sich durch die Ulmen hin von Zeit
zu Zeit ein wenig reine Einsamkeit,
in einer kleinen Scheibe schimmernd, zeigen.


II
Was aber spiegelt mit den tausend Scheiben
das Kirchenfenster in den Hof hinein,
darin sich Schweigen, Schein und Widerschein
vermischen, trinken, trüben, übertreiben,
phantastisch alternd wie ein alter Wein.
Dort legt sich, keiner weiß von welcher Seite,
Außen auf Inneres und Ewigkeit
auf Immer-Hingehn, Weite über Weite,
erblindend, finster, unbenutzt, verbleit.
Dort bleibt, unter dem schwankenden Dekor
des Sommertags, das Graue alter Winter:
als stünde regungslos ein sanftgesinnter
langmütig lange Wartender dahinter
und eine weinend Wartende davor.

7. Januar 2009

Durch die Gässchen, über Spitzen, zum HOSPIZ


Spitze ist wieder voll im Trend. Immer mehr Künstler und Designer entdecken die neuen Möglichkeiten des transparenten Fadenspiels für ihre Kreationen. Brügge, eine Schatzkammer des traditionellen Spitzenklöppelns, wird zur Geburtstätte für diese neue und moderne Form der Spitze. Mit Spitze & Design zeigt sich die ganze Stadt vier Monate lang von ihrer Spitzenseite. Ein wahres Festival aus zeitgenössischer Kunst, Design und Mode. Kunstwerke und Installationen können aber darüber hinaus in den Brüggemuseen Gruuthuse,Belfried, Gezellemuseum und Museum für Volkskunde bewundert werden.
Weiter geht es durch die Gassen und Gässchen. Die Häuser werden kleiner und kleiner, uns pittoresker . Oft muss man genau hinschauen: wie hier: das Häuschen heisst Malpertuske, = Diminutief von MALPERTUIS. * (* davon später)

Siehe die Katze auf dem Dach und das Mäuschen auf der Gegenseite !!!




Dann gelangt man , immer dem Schild folgend: zu:


OUD SINT JAN =
Museum Sankt-Jansspital:
Abbildung: Brugge (Belgium) - Sint Janshospitaal - Malerei der Krankensäle von 1778.

Maler; Jan Beerblock

Das Sankt-Jansspital blickt auf eine Geschichte von acht Jahrhunderten zurück. Die Ordensgemeinschaft empfing und pflegte hier Pilger, Reisende und Kranke. In den mittelalterlichen Krankensälen und der Kirche lernt der Besucher die reiche Geschichte des Hospitals kennen, das im Laufe der Zeit eine eindrucksvolle Sammlung von Archivstücken, Kunstwerken, angewandter Kunst und medizinischen Instrumenten erworben hat. Das Museum besitzt sechs Werke von Hans Memling. Neben den Krankensälen können auch der Diksmuidespeicher, das frühere Dormitorium, und die Apotheke im Nebengebäude besuchen .

auf dem Vorhof zur alten Apotheke steht ein schöne Skulptur, die das Leid, den Schmerz und den Trost zum Ausdruck bringt.

Das ehemalige Hospiz ist als Museumsraum umgestaltet worden.


Malereien von MEMLING begleiten eine Retrospektieve des täglichen Lebens im Hospiz. Alles spielte sich in diesem grossen Raum ab: Krankenlager, ( durch Vorhänge und Wände abgeteilte Kompartimente, Zubereitung der Mahlzeiten, Essen, Krankheit, Schmerzen, Operationen, Dahinsiechen, Tod, Aufbahrung und sogar Totenmessen. Die Wände sind mit Bildern aus dem Bibelgeschehen und mit Abbildungen der Heiligen versehen. Der Anblick soll den Kranken Trost spenden und die Tür zur anderen Welt öffnen helfen.

6. Januar 2009

Die drei Könige aus Brügge von Hans Memeling

Zum Dreikönigstag eine Abbildung von Hans Memling,
die Anbetung der Könige

Die heil'gen Drei Könige
Die heil'gen Drei Könige aus dem Morgenland,
sie frugen in jedem Städtchen
Wo geht der Weg nach Bethlehem,
ihr lieben Buben und Mädchen?"

Die Jungen und Alten, sie wußten es nicht,
die Könige zogen weiter,
sie folgten einem goldenen Stern,
der leuchtete lieblich und heiter.
Der Stern bleibt stehn über Josefs Haus,
da sind sie hineingegangen;
das Öchslein brüllt, das Kindlein schrie,
die heil'gen Drei Könige sangen.

Heinrich Heine (1797-1856)

4. Januar 2009

Aus Licht und Eis gewoben..Spitzen aus Brügge

Ein Tag in Brügge. Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, Brügge bleibt in jeder Jahreszeit faszinierend. Der Tag hatte ziemlich klar und kalt begonnen, wandelte sich aber während der Fahrt mehr und mehr zu einem nebeligen Wintertag.
Es war noch früh, als wir in Brüge ankamen. Die Parkpätze waren fast leer, die Strassen ebenfalls, nur ein paar Frühtouristen huschten durch die Gassen. Die Geschäfte waren zum Teil noch geschlossen, man merkte aber an allem die Vorbereitungen zum nahenden Winterschlussverkauf. Die Luft war nebelig, versprach aber später sonnig zu werden. Die Kanäle waren zugefroren, leer, keine Boote zu sehen, Brügge schien an manchen Ecken noch zu träumen. Nur die vielen Kirchen und Türme ragten mit ihren Spitzen schon ins helle Licht.

Die ersten Karossen machten sich auf den Weg,
der Frost gab auch seine Opfer preis.

Das Minnewater lag still und zugefroren. Über die Brücke gelang man zum eingang des Beginenhofes.
Flanderns berühmtester Beginenhof "Ten Wijngaarde" (zum Weingarten) entstand etwa um 1230, gestiftet von Johanna von Konstantinopel, Gräfin von Flandern. Über die Dijverbrücke und durch ein hohes klassizistisches Portal betritt man den Fürstlichen Beginenhof von Brügge. Bewohnt wird Flanderns meist besuchtes Stift heute von Benediktinerinnen, nachdem 1930 die letzte Begine gestorben war, erste Beginensiedlungen gab es allerdings schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Häuschen mit ihren Vorgärten stammen aus dem 17. Jahrhundert. Gleich neben dem Eingang befindet sich ein kleines als Museum eingerichtetes "Begijnhuisje".
Das Minnewater diente seit Vorzeiten als Hafen und vermittelt jene Melancholie, die Dichter und Maler immer wieder angezogen hat. Kein anderer Beginenhof wurde so oft beschrieben. In Georges Rodenbachs bekannter Brügge-Erzählung steht er als Beispiel für die einst „tote Stadt". Auch andere Dichter konnten sich der Magie des Stiftes nicht entziehen, wie etwa Rainer Maria Rilke oder Charles Baudelaire.
Marcel Proust empfahl ihn als Reiseziel, "weil das der einzige Ort auf der ganzen Welt ist, wo die Atmosphäre vollkommen der notwendigen Trauerstimmung entspricht."
Heute schwimmen hier Schwäne und fröhliches Stimmengewirr erfüllt den Beginenhof, der sich so malerisch mit seinen weißgetünchten Häusern präsentiert als sei die Zeit tatsächlich stehengeblieben.
(folgender Beitrag: Rilke in Brügge)

31. Dezember 2008

Das neue Jahr wird eingeläutet

Auf dem Weg von alt nach neu..
Allen Besuchern , Spaziergängern, Vorbeieilenden, "Stammkunden", Freunden,

ein schönes, glückliches und friedvolles
NEUES JAHR
dies führt zu einem andern Fenster, aber die Glocken sind schön anzuhören !

Grüsse von RED aus dem "Weihnachtsstall"

Für die Feiertage hatte ich mich schweren Herzens dazu entschossen, RED zu Bekannten in "Ferien" zu bringen, da ich ein paar Tage nicht permanent zu Fütterungszeiten zu Hause sein konnte.
Es ist ein Privatstall, ohne grossen Luxus, frei in der Natur, wo ein Generator den Strom liefert und das Wasser noch in Eimern gereicht wird. Die Pferde sind dort richtig in der Natur eingebettet, leben den Tag-Nacht Ruythmus (keine künsliche Beleuchtung) , stehen nicht 24/24 Stunden in einem durch Gitterstäbe eingezäunten Gefängnis (= 4 meter mal 4 meter Boxen). Sie sind nicht nervös und haben keine "Tics" sie sind nur PFERD.
Gut. Red war früher schon mal dort, im Sommer.
Jetzt war es Winter, und grade um den 26. Dezember, als er weg musste, hatte die Kälte angefangen. Minusgrade auch nachts. Eisiger scharfer Nord-Ostwind, permanent wehend....
Ich hatte erfahren dass keine Holzbox frei war, nur der Stall in dem er im Sommer schon gewesen war. Es ist ein offener Stall im wahrsten Sinne des Wortes. Grob zusammengezimmerte Bretter, ein Dach , ein kleiner Auslauf dabei, damit der Eindruck des Auslaufes auf die Weide nicht verloren ging.
Wir machten uns also auf den Weg. die Fahrt duaert +/- 1/2 Stunde, und Red ist Transporte gewöhnt. Kein Problem also. Aber, beim Ausladen stellten wir fest, dass er vollkommen nassgeschwitzt war, unruhig und vor Aufregung zitternd. - - -
Meingott! was für Vorzeichen! (Sonja meinte halb scherzend, dass RED vielleicht gemeint hätte, wir würden ihn ins Schlachthaus bringen) Mir fiel das Herz in die Stiefel. Zuerst drehte ich 3/4 Stunden mit ihm Runden zun Fuss, liess ihn grasen. ER musste trocken werden.
Der Wind blies durch und durch, ich hatte eisige Finger durch die Handschuhe durch, mir wurde auch kalt im Rücken.
Dann führte ich RED in seinen "STALL", wo wenigstens "ein gutes Büschel Heu" auf ihn wartete. Gleichzeiteig hatten wir eine "MASCH" vorbereitet, = warmes Futter, so ähnlich wie bei uns Grützebrei. Das schlabberte er dann eifrig in sich hinein, und je leerer sein Trog wurde desto wärmer wurde es mir....Kurz und gut, ich nahm Abschschied ein wenig mit schlechtem Gewissen...


Nun, täglich bekam ich die Nachricht, dass er noch leben würde und nicht erfroren sei....und dass es ihm eigentlich sehr gut ginge....Ich habe ein paar Bilder bekommen. Er hat Gesellschaft von anderen Pferden, und sieht nicht "leidend" aus...eher vielleicht "sinnend" ....an andere Zeiten und Orte... aber, bei Tieren weiss man das ja nicht so genau. Am 3. Januar darf er wieder "heim".

30. Dezember 2008

die Nacht zauberte...


Flocken hier und dort,
knirscht Gefrorenes im Schnee,
Puderzuckerwald.

Frostig glitzert, fein verzweigt,
bizarr Eisblumenkristall.

27. Dezember 2008

DAS ¨PÄCKCHEN ... ein Gedicht



Karl-Heinz Fricke
Der Tannenzweig im Päckchen

Wohlverschnürt traf es ein,
es sollte zu Weihnachten sein,
und mit vorsichtiger Berührung
lösten wir die Verschnürung.

Eingeschlagen in buntes Papier,
voller Erwartung waren wir,
besondere Geschenke sicherlich,
die bekamen wir hier nicht.

So kamen zum Vorschein dann,
Kaffeebohnen und Marzipan,
und andere leckere Sachen,
die zum Fest viel Freude machen.

Dazwischen lag ein Tannenzweig
und unsere Nasen rochen gleich,
darin lag ein tiefer Sinn,
er rief uns zu der Heimat hin.

Karl-Heinz Fricke 28.11.2006

25. Dezember 2008

Der Tannenbaum - eine Geschichte


Der Tannenbaum, Hans Christian Andersen

Draußen im Wald stand ein so niedlicher Tannenbaum. Er hatte einen guten Platz, Sonne konnte er bekommen, von Luft gab es genug, und ringsherum wuchsen viele größere Kameraden, sowohl Tannen wie Fichten. Aber der kleine Tannenbaum war so erpicht auf das Wachsen, er dachte nicht an die warme Sonne und die frische Luft, er kümmerte sich nicht um die Bauernkinder, die herumgingen und plauderten, wenn sie draußen waren, um Erdbeeren oder Himbeeren zu sammeln; oft kamen sie mit einem ganzen Topf voll, oder sie hatten Erdbeeren auf Grashalme aufgezogen, dann setzten sie sich zu dem kleinen Baum und sagten: "Nein, wie ist er niedlich klein!" Das wollte der Baum gar nicht hören. Im Jahr danach war er ein langes Ende höher und im Jahr danach wieder um ein noch viel längeres; denn bei einem Tannenbaum kann man immer nach der Zahl der Glieder, die er hat, sehen, wie viele Jahre er gewachsen ist.


"Oh, wäre ich doch solch ein großer Baum wie die andern!" seufzte der kleine Baum, "dann könnte ich meine Zweige so weit im Umkreis ausbreiten und mit dem Wipfel in die weite Welt hinaussehen! Die Vögel würden dann Nester zwischen meinen Zweigen bauen, und wenn der Wind wehte, könnte ich so vornehm nicken wie die andern dort!"
Er hatte gar kein Vergnügen am Sonnenschein, an den Vögeln oder an den roten Wolken, die morgens und abends darüber hinsegelten.
War es nun Winter und der Schnee ringsum lag funkelnd weiß, dann kam oft ein Hase gesprungen und setzte über den kleinen Baum hinweg, - oh, das war so ärgerlich! - Aber zwei Winter vergingen, und im dritten war der Baum so groß, daß der Hase um ihn herumgehen mußte. Oh, wachsen, wachsen, groß und alt werden, das war doch das einzig Schöne in dieser Welt, dachte der Baum.
Im Herbst kamen immer Holzhauer und fällten einige der größten Bäume; das geschah jedes Jahr, und der junge Tannenbaum, der nun ganz gut gewachsen war, zitterte dabei, denn die großen prächtigen Bäume fielen mit einem Knacken und Krachen zur Erde; die Äste wurden abgehauen, sie sahen ganz nackt, lang und schmal aus; sie waren beinahe nicht zu kennen, aber dann wurden sie auf Wagen gelegt, und Pferde zogen sie fort aus dem Wald.
Wo sollten sie hin? Was stand ihnen bevor?
Im Frühling, als die Schwalbe und der Storch kamen, fragte der Baum sie: "Wißt Ihr nicht, wo sie hingeführt wurden? Seid Ihr ihnen begegnet?"
Die Schwalben wußten nichts, aber der Storch sah nachdenklich aus, nickte mit dem Kopfe und sagte: "Ja, ich glaube wohl! Ich begegnete manchem neuen Schiff, als ich von Ägypten herflog; auf den Schiffen waren prächtige Mastbäume; ich darf sagen, daß sie es waren, sie rochen nach Tanne; ich kann vielmals grüßen, sie ragen auf, sie ragen!"
"Oh, wäre ich doch auch groß genug, um über das Meer hinzufliegen. Wie ist es eigentlich, dieses Meer, und wem gleicht es?"
"Ja, das ist zu weitläufig zu erklären!" sagte der Storch, und dann ging er.
"Freue dich an deiner Jugend!" sagten die Sonnenstrahlen, "freue dich an deinem frischen Wachstum, an dem jungen Leben, das in dir ist!"
Und der Wind küßte den Baum, und der Tau weinte Tränen auf ihn, aber das verstand der Tannenbaum nicht.
Wenn die Weihnachtszeit kam, dann wurden ganz junge Bäume gefällt, Bäume, die nicht einmal so groß oder in einem Alter mit diesem Tannenbaum waren, der weder Rast noch Ruhe fand, sondern immer fort wollte; diese jungen Bäume, und es waren gerade die allerschönsten, behielten immer ihre Zweige, sie wurden auf die Wagen gelegt, und Pferde zogen sie fort aus dem Wald.
"Wohin sollen sie?" fragte der Tannenbaum. "Sie sind nicht größer als ich, da war sogar einer, der viel kleiner war; weshalb behielten sie alle ihre Zweige? Wo fuhren sie hin?"
"Das wissen wir! Das wissen wir!" zwitscherten die Sperlinge. "Wir haben unten in der Stadt in die Fenster geguckt ! Wir wissen, wo sie hinfahren! Oh, sie kommen zu dem größten Glanz und der größten Herrlichkeit, die man denken kann! Wir haben bei den Fenstern hineingeguckt und gesehen, daß sie mitten in die warme Stube gepflanzt und mit den schönsten Dingen geputzt wurden, mit vergoldeten Äpfeln, Honigkuchen, Spielzeug und vielen hundert Lichtern!"
"Und dann - ?" fragte der Tannenbaum und zitterte an allen Zweigen. "Und dann? Was geschah dann?"
"Ja, mehr haben wir nicht gesehen! Das war unvergleichlich!"
"Wenn ich nun dazu geworden bin, um diesen strahlenden Weg zu gehen!"jubelte der Baum. "Das ist noch besser, als über das Meer zu fahren! Wie ich mich sehne! Wäre es doch Weihnachten! Nun bin ich hoch und breit wie die andern, die im letzten Jahr fortgefahren wurden! - Oh, wäre ich schon auf dem Wagen! Wäre ich doch in der warmen Stube mit all der Pracht und Herrlichkeit! Und dann -? Ja, dann kommt etwas noch Besseres, noch Schöneres, weshalb sollten sie mich sonst so schmücken! Da muß etwas noch Größeres, noch Herrlicheres kommen -! Aber was ? Oh, ich leide! Ich sehne mich! Ich weiß selbst nicht, was mit mir ist!"
"Freue dich mit mir!" sagten die Luft und das Sonnenlicht; "freue dich an deiner frischen Jugend draußen im Freien!"
Aber er freute sich gar nicht; er wuchs und wuchs, Winter und Sommer stand er grün, dunkelgrün stand er; die Leute, die ihn sahen, sagten: "Das ist ein schöner Baum!" Und zur Weihnachtszeit wurde er als erster von allen gefällt. Die Axt traf tief hinein durch das Mark, der Baum fiel mit einem Seufzer hin zur Erde, er fühlte einen Schmerz, eine Ohnmacht, er konnte gar nicht an irgendein Glück denken; er war betrübt, sich von der Heimat zu trennen, von dem Fleck, wo er aufgewachsen war. Er wußte ja, daß er nie mehr die lieben alten Kameraden sehen würde, die kleinen Büsche und Blumen ringsum, ja, vielleicht nicht einmal die Vögel. Die Abreise war gar nicht behaglich.
Der Baum kam erst zu sich, als er im Hof, mit den andern Bäumen abgepackt, einen Mann sagen hörte: "Der ist prächtig! Wir brauchen keinen anderen!"
Nun kamen zwei Diener in vollem Staat und trugen den Tannenbaum in einen großen schönen Saal hinein. Ringsum an den Wänden hingen Porträts und auf dem großen Kachelofen standen große chinesische Vasen mit Löwen auf den Deckeln; da waren Schaukelstühle, Seidensofas, große Tische voll von Bilderbüchern und mit Spielzeug für hundert mal hundert Reichstaler - wenigstens sagten die Kinder das. Und der Tannenbaum wurde in ein großes Faß voll Sand gestellt, aber niemand konnte sehen, daß es ein Faß war, denn es wurde rundherum mit grünem Zeug behängt und es stand auf einem großen bunten Teppich. Oh, wie der Baum bebte! Was würde noch geschehen? Sowohl Diener wie Fräuleins gingen und schmückten ihn. Auf die Zweige hängten sie kleine Netze, ausgeschnitten aus buntem Papier, jedes Netz war mit Zuckerzeug gefüllt; vergoldete Äpfel und Walnüsse hingen, als wären sie festgewachsen, und über hundert rote, blaue und weiße Lichtchen wurden an den Zweigen festgesteckt. Puppen, die leibhaftig wie Menschen aussahen - der Baum hatte so etwas nie zuvor gesehen -, schwebten in dem Grünen, und ganz zuoberst in den Wipfel wurde ein großer Stern aus Flittergold gesetzt; das war prächtig, unvergleichlich prächtig.
"Heute abend," sagten sie alle, "heute abend soll er strahlen!"
"Oh!" dachte der Baum, "wäre es doch Abend! wären nur die Lichter bald angezündet! Oh, was wohl dann geschieht? Ob dann die Bäume aus dem Walde kommen und mich ansehen? Ob die Sperlinge gegen die Scheiben fliegen? Ob ich hier festwachse und Winter und Sommer geschmückt stehe?"
Ja, der wußte gut Bescheid; aber er hatte nun ordentlich Rindenweh vor Sehnsucht, und Rindenweh ist ebenso schlimm für einen Baum, wie Kopfweh für uns andere!
Nun wurden die Lichte angezündet. Welcher Glanz, welche Pracht! Der Baum zitterte an allen Zweigen dabei, so daß eines der Lichte das Grüne ansteckte; er schwitzte ordentlich.
"Gott bewahre uns!" schrien die Fräuleins und löschten das Feuer schnell.
Nun durfte der Baum nicht einmal beben. Oh, das war ein Grauen! Er war so bange davor, etwas von all seinem Staat zu verlieren; er war ganz verwirrt von all dem Glanz -und nun gingen beide Flügeltüren auf und eine Menge Kinder stürzte herein, als wollten sie den ganzen Baum umreißen; die älteren Leute kamen besinnlich hinterher. Die Kleinen standen ganz still, aber nur einen Augenblick, dann jubelten sie wieder, so daß es hallte; sie tanzten rund um den Baum, und ein Geschenk nach dem andern wurde abgepflückt.
"Was tun sie nur?" dachte der Baum. "Was soll da geschehen?" Und die Lichte brannten bis auf die Zweige herab, und nachdem sie herabgebrannt waren, löschte man sie aus, und dann erhielten die Kinder Erlaubnis, den Baum zu plündern. Oh, sie stürzten auf ihn ein, so daß es in allen Ästen knackte; wäre er nicht mit der Spitze und dem Goldstern an der Decke festgebunden gewesen, so wäre er umgestürzt.
Die Kinder tanzten herum mit ihrem prächtigen Spielzeug, keiner sah den Baum an, außer dem alten Kindermädchen, das hinging und zwischen die Zweige guckte, aber das war nur, um zu sehen, ob nicht noch eine Feige oder ein Apfel vergessen war.
"Eine Geschichte! Eine Geschichte!" riefen die Kinder und zogen einen kleinen dicken Mann zum Baum hin, und er setzte sich grade darunter. "Denn dann sind wir im Grünen!" sagte er, "und dem Baum kann es noch besonders gut tun mit zuzuhören; aber ich erzähle nur eine Geschichte. Wollt Ihr von Ivede-Avede hören oder von Klumpe-Dumpe, der die Treppen herabfiel und doch auf den Hochsitz kam und die Prinzessin kriegte?"
"Ivede-Avede!" schrien einige, und "Klumpe-Dumpe!" schrien andere. Es war ein Rufen und Schreien, nur der Tannenbaum schwieg ganz stille und dachte: "Soll ich gar nicht dabei sein, gar nichts tun?" Er war ja dabei gewesen, hatte getan, was er tun sollte.
Und der Mann erzählte von "Klumpe-Dumpe", der die Treppen herabfiel und doch in den Hochsitz kam und die Prinzessin erhielt. Und die Kinder klatschten in die Hände und riefen: "Erzähle! Erzähle!" Sie wollten auch "Ivede-Avede" haben, aber sie bekamen nur "Klumpe-Dumpe" zu hören. Der Tannenbaum stand ganz still und gedankenvoll, niemals hatten die Vögel draußen im Wald so etwas erzählt. "Klumpe-Dumpe fiel die Treppen hinab und bekam doch die Prinzessin! Ja, ja! So geht es zu in der Welt!" dachte der Tannenbaum und glaubte, daß es wahr sei, weil es ein so netter Mann war, der erzählte. "Ja! ja! Wer kann wissen! Vielleicht falle ich auch die Treppen hinab und bekomme eine Prinzessin!" Und er freute sich auf den nächsten Tag, daß er wieder mit Eichten und Spielzeug, Gold und Früchten geschmückt werden solle.
"Morgen werde ich nicht zittern!" dachte er. "Ich will mich recht all meiner Herrlichkeit erfreuen. Morgen werde ich wieder die Geschichte von 'Klumpe-Dumpe' und vielleicht die von 'Ivede-Avede' hören." Und der Baum stand still und gedankenvoll die ganze Nacht.
Am Morgen kamen Burschen und Mädchen herein.
"Nun beginnt der Staat wieder!" dachte der Baum, aber sie schleppten ihn aus der Stube, die Treppen hinauf auf den Speicher und dort, in einer dunklen Ecke, wohin kein Tag schien, stellten sie ihn hin. "Was soll das bedeuten?" dachte der Baum. "Was habe ich wohl hier zu tun? Was werde ich wohl zu hören bekommen?" Und er lehnte sich gegen die Mauer und stand und dachte und dachte. - - Und gut Zeit hatte er, denn Tage und Nächte vergingen; keiner kam herauf, und als endlich jemand kam, war es, um einige große Kasten in die Ecke hinzustellen; der Baum stand ganz verborgen, man hätte glauben können, daß er rein vergessen war.
"Nun ist es Winter draußen!" dachte der Baum. "Die Erde ist hart und mit Schnee bedeckt. Die Menschen können mich nicht einpflanzen; deshalb soll ich wohl hier im Schutz stehen bis zum Frühling! Wie ist das wohlbedacht! Wie sind die Menschen doch gut! - Wäre es hier nur nicht so dunkel und so schrecklich einsam! - Nicht einmal ein kleiner Hase! - Das war doch so hübsch draußen im Wald, wenn der Schnee lag und der Hase vorbeisprang; ja selbst, als er über mich hinwegsprang, aber das mochte ich damals nicht. Hier oben ist es doch schrecklich einsam."
"Pi! Pi!" sagte eine kleine Maus in diesem Augenblick und schlüpfte hervor; und dann kam noch eine kleine. Sie schnüffelten am Tannenbaum und glitten zwischen den Zweigen auf ihm herum.
"Es ist eine grausame Kälte!" sagte die kleine Maus. "Sonst ist es hier herrlich zu sein! Nicht wahr, du alter Tannenbaum?"
"Ich bin gar nicht alt!" sagte der Tannenbaum, "es gibt viele, die viel älter sind als ich!"
"Wo kommst du her?" fragten die Mäuse, "und was weißt du?" Sie waren so schrecklich neugierig. "Erzähl' uns doch von dem schönsten Ort der Welt! Bist du dort gewesen? Warst du in der Speisekammer, wo Käse auf den Brettern liegen und Schinken unter der Decke hängen, wo man auf Talglichten tanzt und mager hineinkommt und fett herausgeht?"
"Das kenne ich nicht!" sagte der Baum, "aber den Wald kenne ich, wo die Sonne scheint und wo die Vögel singen!" Und dann erzählte er alles von seiner Jugend, und die kleinen Mäuse hatten nie zuvor so etwas gehört, und sie hörten zu und sagten: "Nein, wie viel hast du gesehen! Wie glücklich warst du!"
"Ich!" sagte der Tannenbaum und dachte über das, was er selbst erzählte: "Ja, es waren im Grunde ganz angenehme Zeiten!" - aber dann erzählte er vom Weihnachtsabend, als er mit Kuchen und Lichten geschmückt worden war.
"Oh!" sagten die kleinen Mäuse, "wie bist du glücklich gewesen, du alter Tannenbaum!"
"Ich bin gar nicht alt!" sagte der Baum, "es war ja in diesem Winter, daß ich aus dem Wald gekommen bin! Ich bin in meinem allerbesten Alter, ich bin nur im Wachstum voraus!"
"Wie du schön erzählst!" sagten die kleinen Mäuse, und nächste Nacht kamen sie mit vier anderen kleinen Mäusen, die den Baum erzählen hören sollten, und je mehr er erzählte, desto deutlicher erinnerte er sich selbst und dachte: "Es waren doch ganz vergnügte Zeiten! Aber sie können noch kommen! Sie können kommen! Klumpe-Dumpe fiel die Treppen hinab und bekam doch die Prinzessin, vielleicht kann ich auch eine Prinzessin bekommen!" Und dann dachte der Tannenbaum an solch einen niedlichen Birkenbaum, der draußen im Walde wuchs, der war für den Tannenbaum eine wirkliche schöne Prinzessin.
"Wer ist Klumpe-Dumpe?" fragten die kleinen Mäuse. Und da erzählte der Tannenbaum das ganze Märchen, er konnte sich jedes einzelnen Wortes erinnern; und die kleinen Mäuse waren bereit, auf die Spitze des Baumes zu springen vor lauter Vergnügen! Nächste Nacht kamen viel mehr Mäuse, und am Sonntag kamen auch zwei Ratten; aber sie sagten, daß die Geschichte nicht amüsant sei, und das betrübte die kleinen Mäuse, denn nun gefiel sie ihnen auch weniger.
"Können Sie nur die eine Geschichte?" fragten die Ratten.
"Nur die eine!" antwortete der Baum, "die hörte ich an meinem glücklichsten Abend, aber damals dachte ich gar nicht, wie glücklich ich war!"
"Das ist eine über die Maßen jämmerliche Geschichte! Kennen Sie keine mit Speck und Talglichten? Keine Speisekammergeschichten?" "Nein!" sagte der Baum.
"Ja, nun wollen wir Ihnen danken!" sagten die Ratten und gingen hinweg zu den Ihren.
Die kleinen Mäuse blieben zuletzt auch fort, und dann seufzte der Baum: "Das war doch ganz hübsch, als sie um mich herumsaßen, die zappligen Mäuschen, und hörten, was ich erzählte! Nun ist das auch vorbei! - Aber ich werde daran denken, mich zu freuen, wenn ich nun wieder hervorgeholt werde!"
Aber wann geschah das? - Ja doch! es war an einem Morgen, da kamen Leute und räumten auf dem Speicher auf. Die Kasten wurden weggehoben, der Baum hervorgezogen; sie warfen ihn freilich etwas hart auf den Boden, aber gleich schleppte ein Bursche ihn zur Treppe hin, wo der Tag schien.
"Nun beginnt wieder das Leben!" dachte der Baum; er fühlte die frische Luft, die ersten Sonnenstrahlen, - und nun war er draußen im Hof. Alles ging so schnell, der Baum vergaß ganz, sich selbst anzusehen, so viel war ringsum zu sehen. Der Hof stieß an einen Garten, und alles blühte darin; Rosen hingen da so frisch und duftend über das kleine Gitterwerk hinaus, und die Schwalben flogen umher und sagten: "Quirre-wirre-witt, mein Mann ist da!" Aber es war nicht der Tannenbaum, den sie meinten.
"Nun werde ich leben!" jubelte er und breitete seine Zweige weit aus; ach, sie waren alle vertrocknet und gelb; er war in der Ecke zwischen Unkraut und Nesseln, da lag er, der Goldpapierstern saß noch oben an der Spitze und schimmerte im hellsten Sonnenschein.
Im Hof spielten ein paar der lustigen Kinder, die zur Weihnachtszeit um den Baum getanzt hatten und über ihn so froh gewesen waren. Eines der Kleinsten eilte hin und riß den Goldstern ab.
"Seht, was da noch auf dem häßlichen alten Weihnachtsbaum sitzt!" sagte es und trampelte auf den Zweigen, so daß sie unter seinen Stiefeln knackten.
Und der Baum sah auf all die Blumenpracht und Frische im Garten, er sah sich selbst an, und er wünschte, daß er in seiner dunklen Ecke auf dem Speicher geblieben wäre; er dachte an seine frische Jugend im Wald, an den lustigen Weihnachtsabend und an die kleinen Mäuse, die so froh die Geschichte von Klumpe-Dumpe gehört hatten.
"Vorbei! Vorbei!" sagte der arme Baum. "Hätte ich mich doch gefreut, da ich es konnte! Vorbei! Vorbei!"
Und der Hausknecht kam und hackte den Baum in kleine Stücke, ein ganzer Bund lag da; prächtig flammte das auf unter dem großen Braukessel; und es seufzte so tief; jeder Seufzer war wie ein kleiner Schuß; deshalb liefen die Kinder, die spielten, herein und setzten sich vor das Feuer, sahen es an und riefen: "Piff! Paff!" aber bei jedem Knall, der ein tiefer Seufzer war, dachte der Baum an einen Sommertag im Wald, an eine Winternacht draußen, wenn die Sterne leuchteten; er dachte an den Weihnachtsabend und Klumpe-Dumpe, das einzige Märchen, das er gehört hatte und zu erzählen wußte - und dann war der Baum ausgebrannt.
Die Jungen spielten im Hof, und der Kleinste hatte den Goldstern auf der Brust, den der Baum an seinem glücklichsten Abend getragen hatte. Nun war der vorbei, und der Baum war vorbei und die Geschichte auch! Vorbei, vorbei, und so geht es mit allen Geschichten!


Quelle: Märchen von Hans Christian Andersen, Berlin 1910

24. Dezember 2008

Frohe Weihnachten

Liebe Freunde, Wanderer, Spaziergänger , Gäste...Suchende,
Ich wünsche allen ein Frohes Weihanchtsfest,
.......besinnlich, turbulent, heiter, wehmütig oder "eben mal so, wie immer".....
Auch ich werde eine kleine Pause einlegen, die Zeit der 12 "heiligen Nächte" wird nicht, wie im vergangenen Jahr, von Tag zu Tag mit "Morgen-Himmel-Bilderstimmungen" begleitet sein.
Aber vielleicht kommt zwischendurch mal ein kleiner "Zufallsbeitrag", etwas was "grade da hineinpasst"..eher zum lesen, nicht nur zum anschauen...
Wie zum Beispiel eine schöne Geschichte, die ich schon seit langem nicht mehr gelesen habe, die aber noch lebendig in Erinnerung ist.
hier die Vorankündigung:
Abwarten also!!

22. Dezember 2008

Posaunen - Engel von Fr. Doldinger


Dies ist das Umschlags Bild der Engel Geschichten. Von Friedrich Doldinger.
Er hatte diesen Holzschnitt bei sich zu Hause, er war nicht grösser als +/- A5 format, also ung. eine Schulheft-Seite.

Zu besonderen Anlässen "schenkte" er gerne selbstgefertigte "Abdrücke":
er legte ein Blatt Papier auf den Holzschnitt und schraffierte mit Buntstiften über das Holz.

Es herrschte Stille, nur das leise Kratzen der Stifte war zu hören, und zu sehen war der Fortgang des entstehenden neuen Bildes....
Das ergaben wunderschöne "Unikate", und man war stolz, wenn man ein besonders schönes bekommen hatte....
Damals...

21. Dezember 2008

4. ADVENT * * * Der violette .Engel

Der violette Engel
Vierter Sonntag


Am letzten Sonntag vor Weihnachten erscheint ein grosser Engel, eingehüllt in einen warmen, zartvioletten Mantel und geht über die ganze Erde.

In seiner Hand hält er eine grosse Leier. Auf dieser Leier spielt er sanfte Klänge und singt einen klaren und harmonischen Gesang. Nur ein lauschendes Herz kann diesen Gesang hören..

Er singt den Gesang des Friedens, den Gesang des Christ-Kindes und den Gesang des Reichs Gottes das zur Erde niederkommen wird. Viele kleine Engel begleiten ihn, auch sie singen und jubilieren gen Himmel.

Nun erwachen alle Samen in der Erde; die Erde selber lauscht und erzittert : Der Gesang der Engel sagt ihr, dass Gott sie nicht vergisst und dass sie eines Tages wieder zum Paradies wird


19. Dezember 2008

Der nie vorhergesehene Stern


Ein nie vorher gesehener Stern
von Carl
Zuckmayer


Manchmal des Nachts, wenn ich die Öfen schürte,
Sah ich durchs Fenster, nah und weltenfern,
So jäh, als ob mich eine Hand berührte,
Den nie vorher gesehenen Stern.

Er sprang und zuckte grün in kaltem Feuer -
So groß war nie ein Licht, und kein Planet.
Mein Blick war blind davon, und ungeheuer
Erschrak mein Herz, und fand nicht zum Gebet.

Hob dann die Lider ich, war er verschwunden.
War es ein Zeichen? War's ein Ruf des Herrn?
Ich frage nicht. Doch hält mich tief gebunden

Der nie vorher gesehene Stern.

14. Dezember 2008

3. ADVENT... DER WEISSE ENGEL

Am dritten Sonntag steigt ein weisser, leuchtender Engel zur Erde. In seiner Hand hält er einen Sonnenstrahl der eine wunderbare Kraft in sich birgt.
Er geht zu allen Menschen in deren Herz der rote Engel wahre Liebe gefunden hatte und berührt sie mit dem Lichtstrahl. Dieses Licht dringt ins Herz der Menschen, erleuchtet und erwärmt sie.

Es ist als wenn die Sonne in ihren Augen aufginge, dann über ihre Hände in ihre Füsse, in den ganzen Körper hinuntergleite. Selbst die allerärmsten, die bescheidensten unter den Menschen werden dadurch verwandelt und gleichen den Engeln, auch wenn sie nur ein klein wenig pure Liebe in ihrem Herzen tragen.

Aber nicht jeder sieht diesen weissen Engel. Nur die Engel können ihn sehen und diejenigen deren Augen von seinem Licht erleuchtet wurden. Mit diesem Licht in den Augen kann man das Kind, das in der Weihnachtsnacht in der Krippe geboren wird, sehen.

13. Dezember 2008

WINTERMORGEN

Heute Morgen war er da, und...fand die Futterstelle leer
...ER ...
ich nenne ihn "Hubertje" (kleiner Hubert)
(eine andere Geschichte)
und alle anderen warteten,
still ,
etwas versteckt,
mit fragenden Knopfaugen..
jetzt sind wieder Körner da.
Es flattert und fliegt fröhlich um die Schüssel .
Da freut man sich mit. Das tut gut.