Aus den Sümpfen geboren:
Versuch einer kleinen Zusammenfassung aus den verschiedensten Quellen, aus verschiedenen Sprachen zusammengestückelt, letztendlich ins Deutsche übersetzt , so gut es eben ging...
als erster Teil einer Reihe von.....( mal wie viel es wird...) Zusammenfassungen.
Im Rahmen einer gemeinsamen Nachrichtenblatt- Themen-Doppelnummer
FR und NL für die Mitglieder der Antroposoph. Gesellschaft Belgien mit dem Titel;
St. Michael und Brüssel

1.Teil
Wie BRÜSSEL „Hauptstadt“ wurde..
wie der Erzengel Michael mit dieser Stadt verbunden ist,
damals und heute noch.

Jahrunderte liegen zwischen den 3 FAHNEN
es gibt noch weitere Variationen...

Erste Stadtmauern
Der Beginn liegt wahrscheinlich noch vor dem 10. Jahrhundert:
In den Sümpfen des Senne - Tals finden wir die ersten Bewohner. Sie ließen sich um eine kleine Erhebung auf einer Insel im Fluss nieder:
„Broekzele“ oder „Bruocsella“
war geboren; wahrsten Sinne des Wortes : Wohnort im Sumpf“.
(Brucsella> broek = Sumpf + sali = Gehäuse)
die ersten Stadtmauern um ca 1555
Etymologisch bedeutet „Brüssel“ Bruocsela oder Broeck-Zeele " grosses Haus aus dem Sumpf". Wir finden dieses Wort zum ersten Mal in 695 in einem Dokument, das besagt, dass Brosella der Diözese Tournai angehört.
Die edle und ruhmreiche Geschichte beginnt eigentlich mit Sankt Gery, Bischof von Cambrai, der um das Jahr 600 dort lebte.

Sankt Gery Erzbischof von Cambrai
Zu jener Zeit, (so erinnert man sich) , verwüstete ein Drache das Land, die Wälder und Sümpfe. Sankt Gery, der zuvor schon einen Drachen in der Gegend von in Cambrai besiegt hatte, war entschlossen und griff auch dieses Tier an: obwohl er grösser war als der den er vorher schon besiegt hatte.Trotz der Grösse des Tieres gab er nicht auf. Welch ein schönes Tier! Der unerschrockene Geistliche warf letztendlich seine Stola um den Hals des Drachen und zog ihn an den Rand der Seine, wo er ertrank.
Man nimmt an, dass ab dem 7. Jahrhundert, als der Glaube sich von der Diozöse CAMBRAI, (das spätere Brabant) ausbreitete, und an dieser Stelle eine Kapelle zu Ehren des Erzengel Michael erbaut wurde, genau an der Stelle an der sich die heutige Kathedrale befindet. Die Legende erzählt weiter, dass ST. Gery, Bischof von Cambrai, ein entschlossener Bekämpfer des Heidentums, und der Erbauer dieser Kapelle war. Weiter wird berichtet, dass auf seinen Befehl hin viele Abbilder der germanischen Götter (WOTAN) und der Keltischen Götter zerstört wurden. Diese Zeit, der Beginn des Mittelalters, wird auch mit dem Sieg des Christentums über das Heidentum betrachtet. (der Sieg des LICHTES über die DUNKELHEIT).
Charles , Herzog von Lothringen erbaute um die Kapelle herum eine Art Festung, das CASTRUM, in die er die Überreste der heiligen Gudula bringen liess. Diese Festung kann als erste Stadgründung gesehen werden. ( Von Gudula wird das „Laternenwunder“ erzählt. Auf dem Weg zur Kirche blies der Teufel die Laterne aus. Sie sollte sich verirren. Ein Engel aber zündete die Laterne immer wieder an.)

Die heilige GUDULA mit der Lanterne
Man kann sagen, dass drei Glaubensströmungen durch 3 Vertreter der Religionen die Anfänge der Stadtbildung beeinflusst haben ;
St. Gery, die heilige Gudula und der Erzengel Michael: im Kampf des Lichtes gegen die Dunkelhiet der Kampf des Guten gegen das Böse.
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In der ersten Hälfte des XI° Jahrunderts erbaute Lambert II, genannt Balderic, Graf von Leuven eine erste grössere Stadtmauer, und erhob die kleine Sankt Michael Kapelle in den Rang der „Collégiale“ (1047).
So war die „Collégiale“ der beiden Heiligen - Michael und Gudula –
als INSTITUTION entstanden, als SITZ des Klerus, (eine führende Rolle in Religion und Politik), und als GEBÄUDE.
Wir haben aber gelesen, dass Sankt Michael schon vor der eigentlichen Stadtgründung verehrt wurde.
Die Tradition erklärt aber, dass dieses Ereignis (St. Michael als Schutzpatron der Stadt) mit der Person des Grafen Lambert II verknüpft ist; die Legende erzählt:
der junge Lambert verehrte ein junges Mädchen aus dem Volk, schön wie der Tag und sehr fromm. Das Mädchen aber wies seine Avancen zurück, und Lambert I°, der Vater , von Wut entbrannt, liess seinen Sohn ins Gefängnis einsperren mit der Absischt, ihn zu töten.
Die Mutter rät dem Sohn, zum Erzengel Michael zu beten. Die Gebete werden erhört und Sankt Michael öffnet die Türen des Gefängnisses. Draussen warten 3 Rosse, das erste für Lambert, das zweite für seine Geliebte, das dritte für den Gesitlichen der sie trauen soll. Sie schwingen sich in die Sättel und reiten in vollem Galopp davon, halten nicht inne, bis sie vor den Toren von Antwerpen stehen. Dort erst war das Paar in Sicherheit.
Der Vater, LambertI°, verzieh seinem Sohn erst auf dem Totenbett, und als Dank ernannte Lambert II Sankt Michael als Schutzpatron der Stadt Brüssel. Er äusserte auch den Wunsch, dass für Sankt Michael einst eine grosse Staute erbaut werden sollte, die auf Dach des höchsten Hauses stehen sollte.
Dieser Wunsch wurde im XV° Jahrundert (genau um 1454) erfüllt. Ein neues Rathaus wurde erbaut, mit einem sehr hohen Turm, und auf die Spitze wurde als Wahrzeichen eine Bronzestatue des Heiligen gesetzt, ein Kunstwerk des Kesselmachers Martin van Rode.

Erzengel Michael heutzutage auf der Spitze des Rathauses , eine Statue aus Kupfer. (Messing?) Höhe: 2.70 Meter (oder vergoldet??)
Eslohnt sich, die Fotos anzuklikken, besonders das letzt!! Man sieht die Feinheiten der Arbeit, die man sonst vom Boden aus als Tourist-Betrachter nicht erkennen kann.